Die Leistenbauweise
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Bei Booten die in Leistenbauweise hergestellt werden, wird der Rumpf des Bootes durch das Zusammenkleben vieler schmaler Holzleisten aufgebaut.
Anschließend werden die Oberflächen geschliffen und abschließend mit Glasgewebe und Epoxydharz überzogen.
Boote in Leistenbauweise zeichnen sich durch ein geringes Eigengewicht bei gleichzeitig hoher Festigkeit und Langlebigkeit aus.
Die Bauweise ist sehr gut für Selbstbauer mit minimalen Bootsbaukenntnissen geeignet.
Die verwendeten dünnen Leisten können einfach gebogen und verarbeitet werden. Eine aufwendige Dämpfung im Wasserdampf ist bei dieser Bauweise nicht erforderlich.
Die Leistenbauweise ermöglicht eine einfache Herstellung von Rundspantbooten.
Um dem Rumpf des Bootes die gewünschte Form zu geben, werden die Leisten um eine Bauform (Mallspanten auf Helling) herum verklebt.
Die Helling wird aus einfachem Holz aus dem Baumarkt hergestellt und die Mallspanten aus preiswerten Spanplatten ausgesägt.
Der Heckspiegel und Vorsteven verbleiben später im Rumpf, sie werden daher aus hochwertigem Bootsbauholz gefertigt.
Die Leisten werden um die Mallspanten herum gebogen und mit dem Heckspiegel, dem Vorsteven und den bereits angebrachten Leisten verklebt.
Aufgrund ihrer konkaven/konvexen Formgebung an den Klebeflächen, greifen die Leisten ineinander und erzeugen eine geschlossene Oberfläche.
Querschnitt durch drei miteinander verklebte Leisten
konkav
Die Oberfläche wird geschliffen
konvex
Die Leisten werden mit Schraubzwingen an der Bauform befestigt, um keine Nagel- oder Schraublöcher in den Holzleisten zu verursachen. Die kleinen Löcher würden bei einer glasklaren Beschichtung mit Glasgewebe, Epoxydharz und Bootslack nicht sehr schön aussehen.
Nach dem Schleifen und Reinigen der Oberflächen wird der Rumpf von innen und außen mit Glasgewebe verstärktem Epoxy beschichtet und anschließend klar lackiert. Glasgewebe wird durch das Tränken mit klarem Epoxydharz ebenfalls glasklar und durchsichtig.
Das abschließende Lackieren glättet die Oberfläche und schützt Epoxy gegen Vergilbung durch UV-Strahlung des Sonnenlichtes.
Abschließend wird die fertige Rumpfhülle mit Scheuerleisten, Kielleisten, Duchten (Sitze), evtl. Schwertkasten, Klampen, Rudergabeln und sonstigen Einbauten ausgerüstet.
Für die Leisten wird Zedernholz (Western Red Cedar) verwendet. Das Holz zeichnet sich durch geradlinigen astfreien Wuchs, geringes Gewicht und guter Standfestigkeit aus.
Die konkav/konvex gefrästen Leisten sind in sehr guter Qualität im Fachhandel erhältlich (siehe "Link"-Seite). Wer über entsprechendes Werkzeug wie Tischkreissäge und eine stationäre Fräse verfügt, kann sie natürlich auch selbst herstellen.
Die Leisten werden in verschiedenen Längen angeboten, so dass Boote bis ca. 5,00 m Länge mit Leisten gebaut werden können, die in einem Stück vom Bug bis zum Heck reichen.
Auf den Bildern sind die verschiedenen Farben des Zedernholzes sehr gut zu sehen. Die Leisten die aus dem inneren Bereich eines Baumstammes gesägt worden sind, weisen einen dunkelbraunen Farbton auf. Die Leisten aus dem äußeren Bereich des Stammes sind gelblich/weiß.
Weitergehende Informationen zum geeig-
neten Bauplatz finden Sie hier:
Nachdem alle Leisten verbaut sind, werden die Oberflächen geschliffen und mit Glasgewebe und Epoxydharz beschichtet. Das Glasgewebe wird glasklar durchsichtig sobald es mit Epoxydharz getränkt ist.
Das Wissen um die richtige Verarbeitung der Materialien ist im Gegensatz zu früher weiter verbreitet, so dass die Verarbeitung für viele unkomplizierter geworden ist. Unter anderem ist zu beachten, dass Harz und Härter sorgfältig gemischt werden und die Verarbeitungstemperatur zum verwendeten Epoxydharzsystem passt.
Zum Kleben sind Temperaturen von mindestens 5°C erforderlich, idealerweise über 16°C um die Wahl des Klebers nicht einzuschränken. Die Werkstatt in der das Boot gebaut wird, soll gut beleuchtet sein, über einen Stromanschluss verfügen und natürlich trocken und wetterfest geschlossen sein. Perfekt wäre eine relative Luftfeuchtigkeit von unter 75% in der Werkstatt.
Auf den folgenden Seiten wird gezeigt, wie ein Dinghy in Leistenbauweise entsteht.
Es soll einen Überblick über die Bauweise vermitteln ohne auf die vielen Details einzugehen, die in einer reichlich bebilderten Schritt-für-Schritt Bauanleitung enthalten sind.
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