Geeigneter Bauplatz
Vor Baubeginn Ihres Bootes steht die Wahl des geeigneten Bauplatzes bzw. einer geeigneten Werkstatt an.
Folgende Punkte sollen dabei berücksichtigt werden:
1. Die Zeit die zum Bau benötigt wird:
Der Bau eines Bootes in Leistenbauweise wird ca. 200 Stunden verteilt auf 6 bis 8 Monate dauern.
Der Bauplatz soll für diese Zeit zur Verfügung stehen und zugänglich sein.
2. Der zum Bau benötigte Platzbedarf:
Zu berücksichtigen ist die Größe des Bootes. Das Boot soll von allen Seiten jederzeit gut zugänglich sein. Darüber hinaus ist Platz für eine Werkbank oder Arbeitstisch erforderlich und ihre Werkzeuge benötigen Stauplatz. Für das zu verbauende Holz wird ein trockener Ablageplatz benötigt. Die verwendeten Kleber und Lacke sind frostfrei zwischen 10°C und 20°C zu lagern. Die langen Leisten sollen eben gelagert werden. Zum Zuschneiden der Gewebebahnen wird eine saubere ebene Fläche benötigt, dies kann auch der Werkstatt Fußboden sein, auf dem eine saubere Folie ausgelegt ist.
3. Die zum Bau benötigten Umgebungsbedingungen:
Die verwendeten Materialien benötigen bestimmte Umgebungsbedingungen, um verarbeitet werden zu können. Epoxydharze sollen ab einer Temperatur von 16°C verarbeitet werden. Für geringere Temperaturen ab +5°C gibt es Epoxydharze die zum Kleben verwendet werden können. Dies sollte aber nur die Ausnahme sein, da die Verarbeitung bei niedrigen Temperaturen die Qualität und Festigkeit der Verklebung deutlich herabsetzt. Eine vollständige Aushärtung bei diesen Harzen und Härtern findet ebenfalls erst bei höheren Temperaturen statt. Für den Fall, das die Leisten bei unter 16°C verklebt werden, ist ein 1-komponentiger PU Holzkleber zu bevorzugen. Der PU-Kleber kann auch sehr gut unter Normalbedingungen als Alternative zum Epoxy verwendet werden und spart viele Mischbecher. Die klare Beschichtung mit Glasgewebe und Epoxydharz ist erst ab 16°C möglich.
Das Holz soll trocken gelagert und verarbeitet werden. Dies schließt eine Lagerung und Verarbeitung im Freien, insbesondere im Herbst aus, da hier die Luftfeuchtigkeit besonders hoch ist. Die Luftfeuchtigkeit bzw. Temperatur sollte in der Werkstatt mit einem einfachen Hygrometer und Thermometer kontrolliert werden. Die Luftfeuchtigkeit soll unter 75% betragen, die Temperatur möglichst über 16°C.
4. Sonstige Einrichtungen:
Der Bauplatz soll hell ausgeleuchtet sein und für die verwendeten Elektrogeräte über einen Stromanschluss verfügen. Die Zugänglichkeit zum Bauplatz soll so sein, dass das gefertigte Boot abtransportiert werden kann. Um die oben genannten Umgebungsbedingungen zu erreichen ist ein geschlossener Raum erforderlich, der bei Bedarf auch beheizt werden kann. Der geschlossene Raum in dem das Boot gebaut wird soll über eine Lüftungsmöglichkeit verfügen um gelegentlich anfallende Schadstoffe entweichen zu lassen.
5. Geeignete Bauplätze:
Als Bauplatz geeignet sind geschlossene Räumlichkeiten wie unter Pkt. 1-4 beschrieben z.B.:
- Garage,
- Kellerraum mit entsprechender Zugänglichkeit
- Selbstbauwerkstätten
- Abgeteilter Raum in einer geschlossenen Halle
- geschlossenes (Folien-)Zelt mit den obigen Umgebungsbedingungen
6. Ungeeignete Bauplätze:
Als Bauplatz ungeeignet sind Bauplätze die die Pkt. 1-4 nicht erfüllen z.B.:
- Carports
- offene Verschläge und Überdachungen
- in der kalten Jahreszeit unbeheizte Räume
- feuchte Räume/ feuchte Kellerräume
- Räume ohne Möglichkeit, das fertige Boot abzutransportieren
- Arbeiten im Freien ohne jegliche Überdachung und Wetterschutz
Das Bild zeigt einen möglichen Bauplatz, um eine Jolle selbst zu bauen:
Eine Garage die geschlossen werden kann, eine Leuchtstoffröhre an jeder Wand, und Strom- anschluss für Elektrogeräte.
Geheizt werden kann bei Bedarf mit einem Elektro-Ölradiator.
Ausreichend Platz um das Boot herum, für Werkzeug, Werktisch und zum Zuschneiden des Glas- gewebes.
Lange Leisten werden hier auf einem Gerüst gelagert, das auf dem Bild an der Wand oben links zu erkennen ist.
Häufige Fragen von Bootsbauinteressenten:
Wie ist das Segelrigg aufgebaut?
Mast, Baum und Spriet werden aus eloxiertem Alu-Rundrohrprofilen hergestellt. Es werden fertige Beschläge verwendet, die im Fachhandel erhältlich sind.
Sind die Boote unsinkbar?
Sollte ein Sportdinghy kentern und volllaufen, treibt es an der Wasseroberfläche weiter. Im Segeldinghy werden aufblasbare Auftriebskörper zur Erhöhung des Auftriebes verwendet. Wer fest eingebauten Auftrieb bevorzugt, kann die Freiräume unterhalb der Duchten schließen und erhält so ausreichend Auftriebsreserve im Boot.
Kann die Länge des Bootes verändert werden?
Ja, durch gleichmäßiges Verschieben der Mallspanten auf der Bauhelling können die Boote um ca. 25cm verlängert bzw. verkürzt werden.
Kann ich mit dem Boot segeln lernen?
Die Boote verfügen aufgrund Ihrer rundspantigen Bauform über weniger Formstabilität als ein Knickspantboot. Zum Segeln sollten ausreichende Segelkenntnisse vorhanden sein, zum Erlernen des Segelns sind sie nicht geeignet.
Wie lang ist die Bauzeit?
Ein Sportdinghy245 als Ruderboot wird in ca. 180 Stunden, als Segeldinghy in ca. 220 Stunden gebaut. Diese Stunden können über ca. 6 Monate verteilt sein.
In den Lizenzvergabebedingungen steht: "individuelle konstruktive Änderungen sind nicht Bestandteil der Lieferung". Bedeutet das, dass ich keine Hilfe beim Bau eines Bootes bekomme?
Natürlich nicht! Wer Hilfe benötigt bekommt Hilfe. Bei Fragen einfach eine E-mail schreiben oder kurz anrufen (am besten in den Abendstunden). Diese Lizenzbedingung bedeutet nur, dass die Baupläne fertig sind und nur so verkauft werden wie sie sind.
Wann kann ich Sie telefonisch erreichen?
Am besten zwischen 17-19 Uhr und zwischen 20-22 Uhr.
Kann ich so ein Boot irgendwo fertig kaufen?
Nein. Ruderboote in Leistenbauweise werden nicht in Serie hergestellt. Sie können aber ein Boot bei einem Bootsbauer Ihrer Wahl in Auftrag geben. Ein Dinghy wird dann ca. 7500,- bis 9000,- Euro kosten.
Gibt es auch Bausätze?
Bausätze gibt es für diese Boote nicht.
Warum heißen die Sportdinghies eigentlich Sportdinghy?
Aufgrund Ihrer Bauweise sind sie sehr leicht und lassen sich daher sehr agil rudern, sie beschleunigen sehr zügig. Die Dinghies heißen Sportdinghies, um sie nicht mit herkömmlichen schweren und trägen Holzruderbooten zu verwechseln.